
Das Turrón de Jijona Rezept ist eines der ältesten spanischen Weihnachtsdesserts — und eines der einfachsten, das man zu Hause selbst machen kann.
Die Stadt Jijona in der Provinz Alicante produziert rund 60 % des gesamten spanischen Turrón — und seit 1996 trägt der Turrón de Jijona das EU-Siegel IGP (Indicación Geográfica Protegida), also geschützte geografische Angabe. Das bedeutet: Nur Turrón aus dieser Region darf sich offiziell so nennen.
Ich esse diesen Nougat seit meiner Kindheit. In Spanien liegt er ab November in jedem Supermarkt — in Deutschland findet man ihn höchstens im Weihnachtsregal, manchmal. Also mache ich ihn selbst. Und du kannst das auch.
Portionen
1 Turrón-Tafel
Vorbereitung
15 Minuten
Kochzeit
30 Minuten
Gesamtzeit
6 Std inkl. Kühlung
Schwierigkeit
Mittel
Gericht
Dessert / Weihnachtssüßigkeit
Das Wichtigste findest du in meiner Anleitung unten.
Was ist Turrón – und warum ist er anders als Nougat
Viele Deutsche fragen sich, ob Turrón dasselbe ist wie Nougat. Die Antwort ist: nicht wirklich.
Deutscher Nougat besteht hauptsächlich aus Haselnüssen und Kakaobutter — er ist weich, schokoladig und wird oft in Pralinen verwendet.
Spanischer Turrón basiert auf Mandeln und Honig. Keine Schokolade im Original, keine Haselnüsse. Der Geschmack ist intensiver, naturhafter und deutlich weniger süß als man erwarten würde.
Dazu gibt es zwei grundlegend verschiedene Varianten: den weichen Turrón de Jijona — cremig, fast wie eine dicke Mandelcreme — und den harten Turrón de Alicante, bei dem ganze Mandeln in einer festen Honigmasse eingebettet sind. Mit denselben Zutaten, aber komplett anderem Ergebnis. Wie das möglich ist, erkläre ich in der Vergleichstabelle weiter unten.
Wer das Turrón de Jijona Rezept zu Hause ausprobieren möchte, braucht nur vier Zutaten und etwas Geduld
Turrón de Jijona – Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln des Turrón liegen in der arabischen Küche. Schon im 15. Jahrhundert brachten arabische Händler die Kombination aus Honig und Nüssen in die mediterrane Region. In der Provinz Alicante — reich an Mandelbäumen — entstand daraus eine eigene Tradition.
Jijona ist heute die Hauptstadt des spanischen Turrón. Die Stadt hat sich vollständig auf die Herstellung spezialisiert — im Sommer wird auf Hochtouren für Weihnachten produziert. In Spanien ist Turrón kein optionales Dessert. Er gehört zur Weihnachtsfeier wie der Baum.
Zutaten – Turrón de Jijona Rezept
Für 1 Tafel:
- 300 g gemahlene Mandeln (Marcona-Mandeln empfohlen, geröstet)
- 200 g heller Honig
- 50 g Zucker
- 30 g pasteurisiertes Eiweiß
- 2 g gemahlener Zimt (optional)
- Abrieb von ½ Bio-Zitrone (optional)
- 1 Prise Salz
Hinweis zu Marcona-Mandeln: Die Marcona ist eine spanische Mandelsorte — runder, weicher und aromatischer als die handelsübliche California-Mandel. In Deutschland findet man sie in spanischen Feinkostläden, in gut sortierten Bio-Märkten oder online. Normale gemahlene Mandeln aus dem Supermarkt funktionieren als Alternative — der Unterschied im Aroma ist aber deutlich spürbar.
Hinweis zum Eiweiß: Pasteurisiertes Eiweiß aus dem Supermarkt ist die sichere Wahl. Wer frisches Eiweiß verwendet, muss es beim Kochen auf ausreichende Temperatur bringen — pasteurisiertes ist bereits hitzbehandelt und einfacher zu handhaben.

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- Mandeln rösten
- 300 g gemahlene Mandeln in einer Pfanne bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren rösten, bis sie duften und leicht bräunen. Nicht weggehen — gemahlene Mandeln verbrennen schnell. Vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen.
- Das Rösten ist kein optionaler Schritt. Rohe Mandeln geben weniger Aroma ab — das Rösten aktiviert die ätherischen Öle und gibt dem Turrón seinen charakteristischen Geschmack.
- Honig und Zucker schmelzen
- 200 g Honig und 50 g Zucker in einem Topf bei niedriger Hitze langsam schmelzen und zu einer homogenen, halbflüssigen Masse rühren. Vom Herd nehmen.
- Eiweiß einarbeiten
- 30 g pasteurisiertes Eiweiß mit einer Gabel schaumig schlagen. Schnell in den noch warmen Topf einrühren — nicht zögern, das Eiweiß muss sich gleichmäßig verbinden.
- Creme kochen — der kritische Schritt
- Topf zurück auf sehr niedrige Hitze. Unter ständigem Rühren kochen, bis eine dicke, cremige Masse entsteht. Das Eiweiß darf auf keinen Fall stocken — das würde die Textur des Turrón ruinieren. Niedrige Hitze, langsames Rühren, Geduld.
- Mandeln einarbeiten
- Vom Herd nehmen. Gemahlene Mandeln, Salz und optional Zimt und Zitronenabrieb dazugeben. Kräftig rühren bis eine feste aber noch formbare Masse entsteht.
- Formen und kühlen
- Masse in eine Turronform oder Kastenform füllen, gut andrücken. Mit Frischhaltefolie abdecken und ein Gewicht obenauf legen — zum Beispiel ein mit Wasser gefülltes Glas. Mindestens 6 Stunden im Kühlschrank kühlen, besser über Nacht.
- Das Gewicht ist wichtig: Es presst die Masse zusammen und sorgt für die kompakte, schnittfeste Textur des fertigen Turrón.
Meine Tipps – Was beim Turron Rezept wirklich zählt
Marcona oder normale Mandeln — der Unterschied ist real. Marcona-Mandeln sind fettreicher und aromatischer. Der Turrón wird cremiger und intensiver. Mit normalen Mandeln gelingt das Rezept trotzdem — aber wer einmal den Unterschied probiert hat, kauft keine anderen mehr.
Fein oder grob — Textur nach Geschmack. Wer den Turrón feiner mag, mahlt die Mandeln sehr fein. Wer etwas Biss möchte, lässt ein paar Stücke etwas grober — das gibt eine interessante Textur, die dem Original in manchen Regionen näherkommt.
Wie erkenne ich, ob die Masse fertig ist? Sie sollte sich vom Topfboden lösen und beim Rühren eine kompakte Kugel formen. Zu flüssig: noch etwas länger rühren bei niedriger Hitze. Zu trocken: ein Teelöffel Honig einarbeiten.
Lagerung — bis eine Woche haltbar. Selbstgemachten Turrón luftdicht verpackt und kühl aufbewahren — im Kühlschrank hält er sich bis zu einer Woche. Bei Zimmertemperatur wird er weicher. Wer ihn fester mag, direkt aus dem Kühlschrank servieren.

Turrón de Jijona vs. Turrón de Alicante
Gleiche Zutaten, komplett anderes Ergebnis. Wer beide einmal probiert hat, versteht, warum sich Spanier leidenschaftlich für eine Seite entscheiden.
Der weiche Turrón de Jijona passt hervorragend zu einem Kaffee nach dem Essen — ähnlich wie die Crema Catalana Original als festliches Dessert in Katalonien.
| Aspekt | Turrón de Jijona | Turrón de Alicante |
|---|---|---|
| Textur | Weich, cremig | Hart, fest |
| Mandeln | Gemahlen | Ganz |
| Konsistenz | Schneidbar, aber weich | Fest, bricht beim Schneiden |
| Herkunft | Jijona, Alicante | Alicante |
| IGP-Siegel | Ja, seit 1996 | Ja, seit 1996 |
| Typische Verwendung | Pur, als Dessert | Pur, in Stücken |
FAQ – Turrón de Jijona Rezept
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Turrón und was sonst noch zu Weihnachten gehört
Turrón de Jijona ist für mich das Weihnachten in Tabellenform. Klingt übertrieben — aber wer in Spanien aufgewachsen ist, weiß, was ich meine.
Wenn du die spanische Weihnachtstradition vollständig erleben möchtest, schau dir auch die Churros Rezept Original an — in Spanien ein klassisches Frühstück in der Weihnachtszeit — oder die Ensaimada aus Mallorca als festliches Gebäck für die Feiertage.
Hast du Turrón schon einmal selbst gemacht — oder immer nur gekauft? Schreib es in die Kommentare.
Original. Lecker. Einfach. Olé.

Über den Autor
David Badorrey Martinez
Ich bin David — Spanier aus Barcelona, seit 2024 in Deutschland. Meine Mutter würde sich wundern, dass ich hier spanische Rezepte erkläre. Aber irgendjemand muss es ja richtig machen.
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