
Das Ensaimada Rezept aus Mallorca braucht nur 6 Zutaten – aber einen Trick, den fast alle übersehen. Wer zu wenig Schmalz nimmt, bekommt eine Hefeschnecke. Wer zu ungeduldig ist, bekommt Brot. Ich zeige dir, wie es wirklich geht.
Portionen
6 Stück
Vorbereitung
30 Min. + 1 Std. erste Gare
Backzeit
10–12 Min.
Gesamtzeit
ca. 12 Std.
Schwierigkeit
Mittel
Gericht
Gebäck / Frühstück
Das Wichtigste findest du in meiner Anleitung unten.
Ensaimada Rezept – was steckt dahinter?
Die Ensaimada ist ein spiralförmiges Hefegebäck aus Mallorca — luftig, leicht süß und mit einer großzügigen Schicht Schweineschmalz in jeder Lage. Der Name kommt direkt vom mallorquinischen Wort Saïm, das Schweineschmalz bedeutet. Wer also dachte, das sei ein leichtes Gebäck — sorry.
Die Ensaimada ist seit dem 17. Jahrhundert auf Mallorca dokumentiert und trägt seit 2003 eine geschützte geografische Angabe der EU. Das bedeutet: Eine echte Ensaimada de Mallorca darf nur auf der Insel hergestellt werden. Was wir hier backen, ist die Hausversion — ohne Zertifikat, aber mit demselben Herzstück: viel Schmalz, lange Gare, Puderzucker.
Ich habe sie zum ersten Mal in einer kleinen Bäckerei in Palma gegessen — nicht die Touristen-Version aus dem Flughafen, sondern eine frisch aus dem Ofen, noch warm, mit einem Café con Leche. Seitdem weiß ich, warum Mallorquiner jeden Morgen damit frühstücken.
In diesem Artikel zeige ich dir das Ensaimada Rezept Schritt für Schritt — mit dem Trick für die richtige Textur und warum die lange Gare über Nacht nicht verhandelbar ist.
Zutaten – Ensaimada Rezept Original
Für 6 Stück:
- 400 g Weizenmehl (Typ 550 oder Typ 00)
- 120 g Zucker
- 150 g lauwarmes Wasser
- 15 g frische Hefe
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- Schweineschmalz (großzügig — kein Ersatz)
- Puderzucker zum Bestäuben
Zum Schmalz: Schweineschmalz ist kein optionaler Bestandteil — es ist das Rezept. Butter funktioniert als Notlösung, aber das Ergebnis ist kompakter und weniger luftig. In Deutschland bekommst du Schweineschmalz in jedem gut sortierten Supermarkt.
Zum Mehl: Tipo 00 oder Typ 550 — beide funktionieren. Wichtig ist ein Mehl mit ausreichend Protein für Hefeteige.

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- Hefe aktivieren
- Hefe in lauwarmem Wasser auflösen. 1 TL Zucker und 2 EL Mehl dazugeben. 20–30 Minuten stehen lassen bis sich Blasen bilden. Wenn keine Blasen entstehen — die Hefe ist tot, neu kaufen.
- Teig kneten
- Vorteig mit restlichem Mehl, Zucker, Ei und Salz vermischen. 15 Minuten kneten — mit der Hand oder Küchenmaschine. Der Teig soll glatt, elastisch und nicht klebrig sein. Geduld hier zahlt sich später aus.
- Erste Gare
- Teig zu einer Kugel formen, in eine leicht geölte Schüssel legen, abdecken. 1–1,5 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.
- Portionieren und ausrollen
- Teig in 6 gleiche Teile teilen. Jeden Teil auf einer leicht geölten Fläche sehr dünn ausrollen — so dünn wie möglich, fast durchsichtig. Wenn er reißt: kein Problem, einfach weitermachen.
- Schmalz einarbeiten
- Die ausgerollte Teigfläche sehr großzügig mit Schweineschmalz bestreichen — mehr als du denkst. Das Schmalz zwischen den Schichten ist das Geheimnis der luftigen Struktur. Mit den Händen nochmals dünn ziehen.
- Einrollen und spiralisieren
- Von der langen Seite her zu einem dünnen Strang aufrollen. Den Strang auf einem mit Backpapier belegten Blech zu einer Spirale formen — mit Abstand zwischen den Windungen, damit die Ensaimada beim Gehen flach bleibt und nicht hochsteigt.
- Lange Gare über Nacht
- Die geformten Ensaimadas abdecken und 10–12 Stunden im Kühlschrank oder bei kühler Raumtemperatur gehen lassen. Dieser Schritt ist nicht verhandelbar — die langsame Fermentation entwickelt das typische Aroma und die luftige, blättrige Struktur.
- Backen
- Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ensaimadas 10–12 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Sie gehen im Ofen noch deutlich auf.
- Puderzucker — reichlich
- Noch warm mit viel Puderzucker bestäuben. Warm servieren — das ist der Moment.
Meine Tipps – was beim Ensaimada Rezept wirklich zählt
Das Schmalz muss wirklich viel sein. Ich meine wirklich viel. Mehr als du für angemessen hältst. Die Schmalzschicht zwischen den Teiglagen ist das, was die Ensaimada luftig und blättrig macht. Wer spart, bekommt eine Hefeschnecke — keine Ensaimada.
Die Windungen der Spirale brauchen Abstand. Wenn du die Spirale zu eng formst, wächst die Ensaimada beim Gehen nach oben statt nach außen — das sieht falsch aus und die Textur verändert sich. Großzügig Abstand lassen.
Nie bei hoher Temperatur backen. 200°C für 10–12 Minuten — nicht mehr, nicht länger. Die Ensaimada ist dünn und backt schnell durch. Zu lang im Ofen und sie wird trocken. Lieber einmal mehr nachschauen.
Die Gare über Nacht ist das Geheimnis. Wer die Ensaimada in 2 Stunden fertig haben will, wird enttäuscht sein. Die 10–12 Stunden langsame Fermentation entwickeln das Aroma, das sie von einer normalen Hefeschnecke unterscheidet. Abends formen, morgens backen — das ist das System.

FAQ – Häufige Fragen zur Ensaimada
Nützliche Produkte für das Ensaimada Rezept
Hinweis: Affiliate-Links (ich erhalte eine kleine Provision, Preis bleibt gleich). Ich verwende viele Produkte selbst oder habe sie sorgfältig ausgewählt – nur die besten Küchenhelfer.
- Küchenwaage – Eine genaue Küchenwaage hilft dabei, die Zutaten präzise abzuwiegen und sorgt so für ein perfektes Backergebnis.
- Teigkarte oder Teigschaber – Mit einer Teigkarte lässt sich der klebrige Teig einfach bearbeiten und sauber von der Arbeitsfläche lösen.
- Küchenmaschine – Erleichtert das Kneten von Hefeteigen wie der Ensaimada-Masse erheblich und sorgt für eine gleichmäßige, perfekte Teigkonsistenz.
Noch mehr spanisches Gebäck und Frühstück
Hast du die Ensaimada schon warm gegessen — direkt aus dem Ofen mit Puderzucker? Oder kennst du sie nur aus dem Urlaub, trocken und in Plastik verpackt? Schreib mir in die Kommentare den Unterschied.
Wenn dir dieses Rezept gefallen hat, probiere auch meine Churros — das andere große spanische Frühstücksgebäck, das in Deutschland fast immer falsch gemacht wird. Oder das Pa amb Tomàquet als herzhaftes Frühstück auf katalanische Art.
¡Buen provecho!

Über den Autor
David Badorrey Martinez
Ich bin David — Spanier aus Barcelona, seit 2024 in Deutschland. Meine Mutter würde sich wundern, dass ich hier spanische Rezepte erkläre. Aber irgendjemand muss es ja richtig machen.
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